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Kindergeld bei Ausbildung: Anspruch bis zum Ende des Schul- und Praxis-Vertrages

Der Anspruch auf Kindergeld besteht grundsätzlich auch für Kinder, die sich in der Berufsausbildung befinden. Dieser Anspruch endet mit dem Ausbildungsende. Zu welchem Zeitpunkt jedoch die Berufsausbildung als beendet gilt, war bislang nicht eindeutig definiert. Zwischen der Familienkasse und einem Anspruchsberechtigten entstand deshalb ein Streit, der kürzlich gerichtlich entschieden wurde:

Besteht ein Kind die Abschlussprüfungen bereits vor Ende des offiziellen Schul- und Praxis-Vertrages, so bleibt der Kindergeldanspruch trotzdem bis zum Ende dieses Vertrages bestehen.
 
Im entschiedenen Fall ging es darum, dass ein Kind die Prüfungen bereits am 20.07. bestanden hatte, der Ausbildungsvertrag lief jedoch noch bis zum 30.08. Die Familienkasse vertrat die Auffassung, dass die Ausbildung mit Bestehen der Prüfungen, also am 20.07., beendet sei. Offiziell berechtigt, die offizielle Berufsbezeichnung – in diesem Fall „staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin“ – zu tragen, war das Kind jedoch erst ab dem 01.09.

Das Finanzgericht und der BFH stellten nun klar, dass der Anspruch auf Kindergeld in diesem Fall auch noch für den August besteht und erst mit Ende des Schul- und Praxis-Vertrags endet. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass das Kind auch nicht früher berechtigt sei, die Berufsbezeichnung zu führen.

Sollte sich Ihr Kind also am Ende seiner Ausbildung befinden, so achten Sie darauf, dass Sie auch noch für die Zeit zwischen Abschlussprüfung und offiziellem Ende des Schul- und Praxis-Vertrages Ihren Anspruch auf Kindergeld geltend machen.