News

Sortieren Sie nach Rubriken:

Neue Regeln zur Selbstanzeige

Hände

Steuerhinterziehung ist eine Straftat, die der Staat konsequent verfolgt. Mit einer Selbstanzeige können Steuersünder die Folgen einer Straftat vermeiden: Sie sind dann zwar verpflichtet, die hinterzogenen Steuern nachzuzahlen, bleiben aber straffrei. Hierbei gibt es jedoch einiges zu beachten.

Eine strafbefreiende Selbstanzeige ist an strenge Voraussetzungen geknüpft. Auch gibt es verschiedene sogenannte Sperrgründe, die die Straffreiheit nach der Selbstanzeige ausschließen. Die Finanzminister von Bund und Ländern haben sich am 30.04.2014 darauf geeinigt, die Voraussetzungen für die Selbstanzeige deutlich zu verschärfen:

  • Der Zeitraum, für den Steuerbetrüger ihre Finanzen offenlegen müssen, verlängert sich von fünf auf zehn Jahre.
  • Um straffrei zu bleiben, muss der Steuersünder die hinterzogenen Steuern wie bisher umgehend nachzahlen. Damit die Selbstanzeige wirksam ist, muss er auch die Hinterziehungszinsen sofort bezahlen: Das sind künftig sechs Prozent pro Jahr für den Zehn-Jahres-Zeitraum.
  • Der Strafzuschlag auf die Steuerschuld wird in drei Stufen erhöht: Ab einer hinterzogenen Summe von 25.000,00 € sollen künftig 10 Prozent fällig werden, ab 100.000,00 € erhöht sich der Zuschlag auf 15 Prozent, und ab einem Hinterziehungsbetrag von einer Million Euro liegt er bei 20 Prozent. Bisher war ab einer Summe von 50.000,00 € ein Strafzuschlag von 5 Prozent zu zahlen.

Der Vorschlag aus Bayern, die strafbefreiende Selbstanzeige ab einer Hinterziehungssumme von einer Million Euro ganz abzuschaffen, ist offenbar vom Tisch. Nach bisherigen Plänen sollen die neuen Regeln ab dem kommenden Jahr gelten; in einschlägigen Fällen ist daher Eile geboten. Generell ist es ratsam und sinnvoll, sich beim Thema Selbstanzeige steuerlichen und juristischen Rat einzuholen.