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Neuregelung zum Kirchensteuerabzug

Rote Bücher

Mit einem automatisierten Verfahren sollen ab 2015 für alle privaten Kapitalerträge Kirchensteuern einbehalten werden. Kapitalerträge sind zum Beispiel Zinsen, Dividenden, aber auch Ausschüttungen von Kapitalgesellschaften an ihre Gesellschafter. Die neue Verpflichtung zum Kirchensteuerabzug betrifft daher insbesondere Kreditinstitute und GmbHs.

Bisher behielt eine Bank nur dann die Kirchensteuer ein, wenn der Kunde ihr seine Konfession vor Jahresbeginn freiwillig mitgeteilt hatte – der Kunde hatte also die Wahl. Im Normalfall aber wurde die betreffende Kirchensteuer über die Einkommensteuererklärung des Anlegers nacherfasst.

Zum 01. Januar 2015 sind Banken, aber auch ausschüttende GmbHs verpflichtet, über den automatisierten Datenabruf die Konfession ihrer Kunden bzw. Anteilseigner beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zu erfragen und, sofern diese einer entsprechenden Konfession angehören, die Kirchensteuer einzubehalten.

Viele Banken und Sparkassen benachrichtigen ihre Kunden bereits jetzt über das neue Verfahren und weisen darauf hin, dass ab 2014 jährlich eine Datenabfrage stattfindet. Dabei wird der Status der Kirchensteuerpflicht jeweils zum 31.08. eines Jahres übermittelt.

Wer nicht möchte, dass Daten zu seiner Religionszugehörigkeit auf Anfrage übermittelt werden, kann bis zum 30. Juni 2014 von seinem Widerspruchsrecht Gebrauch machen und direkt beim BZSt einen sogenannten Sperrvermerk setzen lassen. In diesem Fall ist der Kapitalanleger verpflichtet, eine Steuererklärung beim zuständigen Finanzamt einzureichen und die Kirchensteuer nachzuerklären, sofern im Veranlagungszeitraum Kapitalertragsteuer einbehalten wurde.

Somit wird aus der Wahl zum Steuereinbehalt an der Quelle eine Pflicht mit dem Recht des Widerspruchs. Die Steuerbelastung ändert sich dadurch nicht.