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Steuertipps für Vermieter beim Kauf einer Küche

Hände

Wenn Sie eine Immobilie vermieten und diese mit einer neuen Einbauküche ausstatten, können Sie die Kosten hierfür über die Absetzung für Abnutzung (AfA) steuermindernd bei den Vermietungseinkünften berücksichtigen. Grundsätzlich sind die Kosten für eine Einbauküche über 10 Jahre mit jährlich 10 % abzugsfähig. Wenn Sie einen Teil der Kosten bereits früher geltend machen möchten, sind folgende Spielregeln zu beachten:  

Lassen Sie sich in der Rechnung jedes Küchenteil (Schränke, Kühlschrank, Herd & Co.) einzeln auflisten – denn diese sind steuerlich unterschiedlich zu behandeln.  

Elektrogeräte wie Kühlschrank, Mikrowelle, Dunstabzugshaube oder Geschirrspüler sind eigenständig nutzbar und dürfen einzeln abgeschrieben werden (Nutzungsdauer jeweils 5 Jahre). Für Elektrogeräte, die netto maximal 410,00 € kosten, kommt sogar ein Sofortabzug als sogenanntes geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) in Betracht.  

Werden dagegen eine vorhandene Spüle und ein vorhandener Herd durch neue Geräte ausgetauscht, handelt es bei den Kosten um Erhaltungsaufwendungen. Sie sind unabhängig von ihrer Höhe als Werbungskosten sofort abziehbar.  

Wie die übrigen Küchenelemente wie Hänge- oder Unterbauschränke steuerlich zu behandeln sind, ist zurzeit umstritten. Das Finanzgericht Schleswig-Holstein stuft sie mit Urteil vom 28.01.2015 als Gesamtheit ein. Sie sind deshalb auf eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abzuschreiben. Ein Sofortabzug als GWG scheidet aus, weil die Elemente nicht einzeln nutzungsfähig sind. Dagegen erlaubt der Bundesfinanzhof (BFH) seit seinem Urteil vom 13.03.1990, die Möbel der Küche aufzuteilen und einzeln abzuschreiben. Daher wird der BFH das Urteil des Finanzgerichts Schleswig-Holstein noch überprüfen bzw. endgültig entscheiden.  

Was bedeutet all dies für Ihre Steuererklärung?

Machen Sie für Küchenteile, deren Kosten maximal 410,00 € netto betragen, den Sofortabzug als GWG geltend. Weisen Sie das Finanzamt dazu auf die höherwertige BFH-Entscheidung vom 13.03.1990 hin (Az. IX R 104/85), die diesen Sofortabzug rechtfertigt. Wenn Ihr Finanzamt ablehnt, legen Sie Einspruch ein und verweisen Sie auf das aktuelle Verfahren beim BFH (Az. IX R 14/15).