Meldungen

1-%-Regelung bei Importfahrzeugen

Die private Nutzung von Firmenfahrzeugen muss bekanntlich versteuert werden. Eine Methode dazu ist die sogenannte 1-%-Regelung: Danach ermittelt man den privaten Nutzungsanteil mit monatlich 1 % vom inländischen Bruttolistenpreis des Fahrzeugs. Wie aber berechnet sich dieser private Nutzungsanteil, wenn es sich um ein Importfahrtzeug handelt, für das es keinen inländischen Listenpreis gibt?

In einem Fall, den der Bundesfinanzhof (BFH) kürzlich entschieden hat, fährt ein Unternehmer einen Ford Mustang Shelby GT 500 Coupé, dessen amerikanischer Listenpreis umgerechnet knapp 54.000,00 € beträgt. Importeure und Importfahrzeughändler in Deutschland verlangen für diesen Pkw ca. 76.000,00 €.

Die Richter entschieden, dass das Finanzamt den Bruttolistenpreis für die 1-%-Regelung in diesem Fall schätzen darf. Schätzungsgrundlage ist dabei der Importpreis und nicht der wesentlich niedrigere Listenpreis, der im Ursprungsland des Kfz angegeben ist.

Nach Auffassung des BFH berücksichtigt der amerikanische Listenpreis insbesondere nicht die für den Verkauf in Deutschland notwendigen Kosten für die Bereitstellung des Fahrzeugs auf dem deutschen Markt (z. B. Importkosten, Einfuhrabgaben, Zölle), notwendige technische Umrüstungen (z. B. Werkstatt-, Gutachten-, Zulassungskosten) und ausstattungsbedingte Nach- oder Umrüstungen, die das Fahrzeug an die inlandstypischen Anforderungen der Kunden anpassen, z. B. Garantie, Bedienoberflächen in deutscher Sprache oder vorsorgender Rostschutz.

Autoliebhaber mit einem Faible für ausländische Fahrzeuge sollten dies vor der Anschaffung des nächsten Firmenwagens bedenken.